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Autogas betriebene Fahrzeuge werden entweder mit Benzin
gestartet und danach je nach eingebauter Anlage per
Schalter oder automatisch auf Gasbetrieb umgestellt,
um eventuelle Warmlaufprobleme zu umgehen, oder sie
starten direkt mit Autogas. Es wird zwischen Venturi-Anlagen,
sequenziellen Anlagen und LPI-Anlagen unterschieden.
Die ersten beiden Anlagentypen haben gemeinsam, dass
das im Tank unter Druck befindliche flüssige Gas dem
Motor über einen Verdampfer und Druckregler gasförmig
zugeführt wird. Da das Gas beim Verdampfen ähnlich wie
Kältespray stark abkühlt, wird der Verdampfer mit Kühlwasser
beheizt. Aus diesem Grund schalten die meisten Autogasanlagen
erst ab ca. 50 °C Kühlwassertemperatur auf Gas, um ein
Vereisen der Verdampfer bei niedrigen Außentemperaturen
zu verhindern.
Seit 1995 werden auch LPI-Anlagen angeboten. Diese Systeme
fördern mittels einer Kraftstoffpumpe flüssiges Gas
unter Druck in einer Ringleitung, von wo es durch Dosierventile
in flüssiger Form in den Ansaugtrakt gespritzt wird.
Durch die für die Verdunstung aufgenommene Wärme kommt
es zu einem Kühleffekt der Ansaugluft, der je nach Last
5 bis maximal 15 Kelvin (also 5°C bis maximal 15°C)
betragen kann. Dadurch kommt es zu einer geringfügigen
Leistungssteigerung (siehe Turbomotor/Ladeluftkühler)
respektive zu einem geringeren Leistungsverlust bezogen
auf Verdampferanlagen. Zur Verbrennung wird Kraftstoff
und der in der Luft enthaltene Sauerstoff benötigt.
Kalte Luft enthält je Volumen mehr Sauerstoff als warme.
Bei einem klassischen Benzinmotor wird der Kraftstoff
als Aerosol eingespritzt, welcher faktisch kein Volumen
benötigt. Gasförmige Kraftstoffe verdrängen Luft und
senken so die Sauerstoffmenge im Zylinder. Bei LPG werden
theoretisch 3 % der Luft verdrängt, bei Erdgas bis zu
10 %.
Die Autogasverbrennung erfolgt bei geringeren Schadstoffemissionen
und erhöhter Laufruhe. Diese Effekte sind u.a. auf die
hohe Klopffestigkeit von 105 bis 115 Oktan zurückzuführen
sowie auf die homogene Gemischbildung. Gase sind im
Gegensatz zu Aerosolen sehr schnell und sehr gleichmäßig
mit der Verbrennungsluft mischbar. Durch die Vermeidung
lokaler Luftmangel bzw. -überschüsse wird die Bildung
von unerwünschten Verbrennungsnebenprodukten wie Kohlenmonoxid,
teil-/unverbrannten Kohlenwasserstoffen oder Stickoxiden
unterdrückt.
Zum Thema Sicherheit schreibt der ADAC: „Es gibt keine
Hinweise aus der Praxis, dass bei diesen Fahrzeugen
ein erhöhtes Sicherheitsrisiko besteht, auch nicht aus
jenen Ländern, wo relativ viele Autogasautos zugelassen
sind. Crash- und Brandtests zeigen, dass Autogasautos
nicht gefährlicher sind als vergleichbare Benzinfahrzeuge.“
Autogastanks und deren Rohrverbindungen sind mit unterschiedlichen
Sicherungssystemen ausgestattet: So ist der Füllleitungsanschluss
mit einem Rückschlagventil versehen, das bei einem Rohrabriss
das Austreten von Gas verhindert. Die Beförderungsleitung
in den Motorraum ist direkt bei der Tankentnahme mit
einem Magnetventil gesichert, das bei Stromverlust sofort
schließt. Bei einem zu hohen Druckverlust schaltet das
Gassteuergerät sofort auf 0 Volt, wodurch das Ventil
geschlossen wird. Sollte bei einem Unfall die Fahrzeugstromversorgung
nicht mehr funktionieren, dann ist das beschriebene
Magnetventil aufgrund des Stromverlusts auf jeden Fall
geschlossen.
Im Falle eines Brands sind die meisten Tanks bis zu
einem Überdruck von 30-35 bar geprüft (Abpressdruck
ca. 60-90 bar). Je nach Tankart (1-Loch/4-Loch) ist
entweder ein separates Überdruckventil oder ein in das
Multiventil integriertes Überdruckventil verbaut. Dieses
öffnet bei einem Druck von ca. 25-28 bar, wodurch sichergestellt
ist, dass das Gas im Brandfall kontrolliert abgelassen
wird und der Tank nicht bersten kann.
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